Geförderte Projekte 2020 (Auswahl)

„Freie Werkstatt“, Sozialpädagogisches Modellprojekt im Handwerksbereich, Cluster e. V.
Das sozialraumorientierte Modellprojekt Freie Werkstatt (FW) ist eine innovative und integrative Form der Verbindung von Co-Working- und Maker-Space und Berufsorientierung für benachteiligte Jugendliche und junge Migrant*innen. Eine vollausgestattete Halle mit Holz-, Metallecke, Besprechungsräumen und Informatikbereich wird hierfür eingerichtet. Sie steht freischaffenden Handwerker*innen und Künstler*innen, als auch Start-Ups und Senior*innen dreimal in der Woche kostenfrei als Arbeitsraum zur Verfügung, sofern sie Jugendliche in ihre Projekte einbinden und ihnen dabei Fachkenntnis und Leidenschaft vermitteln. Die Kreativwirtschaft vermittelt aus erster Hand ihre Erfahrung und Leidenschaft zum Beruf. Die Jugendlichen kommen hauptsächlich über Schulpraktika und Kooperationen in die Freie Werkstatt und haben durch sprachliche oder soziale Benachteiligungen besondere Schwierigkeiten in der Aufnahme von Ausbildungsplätzen. Sie schafft einen Ort, an dem Jugendliche interaktive Einblicke in handwerkliche, technische und MINT-Berufe erhalten, die von besonders motivierten, für ihren Beruf mit Leidenschaft arbeitenden Menschen vermittelt werden. Das Projekt stellt sich den gesellschaftlichen Herausforderungen des Fachkräftemangels im Handwerksbereich und der Integration von Migrant*innen in besonders neuartiger Weise.

„Club 443 Hz“, Konzertveranstaltung, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen gGmbH – Zukunftslabor
Die partizipative Konzertveranstaltung „Club 443 Hz“ der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in Kooperation mit der Gesamtschule Bremen-Ost ermöglicht Kindern und Jugendlichen mit sozialschwachem Hintergrund einen Auftritt vor großem Publikum gemeinsam mit einem Weltklasse-Orchester und involviert ca. 150 Beteiligte an einem kulturellem Bildungsprojekt.

Lernmaterial für sonderpädagogische Förderung von Kindern und Jugendlichen, „LEGO Education MINDSTORMS EV3“ und „LEGO Education SPIKE Prime“, Bodelschwinghsche Stiftung Bethel
Ziel der sonderpädagogischen Förderung ist die emotionale Stabilisierung der Mädchen und Jungen, die Aufarbeitung von Lern- und Entwicklungsrückständen sowie die Rückkehr an eine Grund-, Haupt- oder Realschule. In den älteren Schuljahrgängen steht die Berufsvorbereitung und die Ausbildungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt.

„The A of S. T. E. A. M.“, ein modularisiertes naturwissenschaftlich-künstlerisches Fortbildungsangebot für Pädagog*innen, IFMBK-Berlin e.V.
Erarbeitung eines Fortbildungsangebots für naturwissenschaftlich- künstlerische Bildungsarbeit in Kitas, Grundschulen und außerschulischen Einrichtungen mit dem Ziel, bisherige Berührungsängste der Pädagog*innen abzubauen und Freude bei naturwissenschaftlichen Erkundungen bei ihnen und damit auch bei den Kindern zu wecken; Durchführung der Fortbildungen und Evaluation mit dem Ziel, ein elaboriertes Fortbildungskonzept zu erstellen und als fortwährendes Angebot zu installieren.

Präsentationsmedium für Meisterschüler*innen Ausstellung, Hochschule für Künste Bremen 2020 im
Museum Weserburg

Die Hochschule für Künste Bremen eröffnet herausragenden Absolvent*innen des Diplomstudiengangs Freie Kunst die Möglichkeit, durch die Ernennung zur Meisterschüler*in – eine Auszeichnung, die von der Auswahlkommission bestehend aus Professor*innen des Studiengangs Freien Kunst verliehen wird – während zwei weiteren Semestern ihre künstlerische Position zu vertiefen und ihre eigenständige schöpferische Arbeit umfassend weiterzuentwickeln. Die Vollendung des Meisterschüler*innen-Studiums und zugleich auch repräsentativer Höhepunkt des Schaffens an der HfK bildet die gemeinsame Meisterschüler*innen-Ausstellung im Museum Weserburg.

„interface: performance für inklusives quartett“, Frau Désirée Hall, Diplom-Musikerin, Instrumentalpädagogin sowie Studierende des Masterstudiengangs Performative Künste in sozialen Feldern, Frankfurt University of Applied Sciences
In diesem intermedialen Projekt werden innerhalb eines performativen Prozesses die Möglichkeiten gemeinsamer ästhetischer Ausdrucksformen von Gebärdensprache und Musik anhand eines zeitgenössischen Kammermusikwerks für die Besetzung Frauenstimme, Querflöte, Violoncello und eine Gebärdensolistin erforscht. Die Komposition soll deutschlandweit aufgeführt werden.

„Kriegsrahmen“, Frau María Giacaman, Schauspielerin, Theaterregisseurin und Studentin im Master Inszenierung
der Künste und der Medien Universität Hildesheim

Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Medien Bilder von sozialen Konflikten und Kriegen inszenieren. Es wird nicht mit einem klassischen Theatertext gearbeitet, sondern szenisch-forschend vorgegangen: im Probenprozess wird recherchiert, Zeitdokumente und Materialien demontiert, kombiniert, und mit Mitteln des Theaters in neue Bedeutungszusammenhänge gebracht. Unter Verwendung von Elementen des dokumentarischen Theaters entsteht ein Theatererlebnis, welches Raum und Zeit für das Betrachten von Bildern bietet.

Ziel ist es, durch die szenische Forschung und künstlerische Arbeit auf der Bühne, einen kritischen, verantwortungsvollen Umgang mit Kriegs- und Konfliktbildern zu finden. Das Theater wird als ein Ort der Versammlung und Verhandlung betrachtet, der unserer Gesellschaft einen Raum zur Selbstreflexion gibt und somit soziale Veränderungen losstoßen kann.

„Nachwuchsförderung im Bereich Zeitgenössische Musik“, Internationale Ensemble Modern Akademie e. V.
Den Schwerpunkt bildet der einjährige Masterstudiengang in zeitgenössischer Musik in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK), in dem Instrumentalist*innen, Dirigent*innen, Klangregisseur*innen und Komponist*innen mit den Mitgliedern des Ensemble Modern und namhaften Komponist*innen- und Dirigent*innen als Gästen am Repertoire des 20. und 21. Jahrhunderts arbeiten. Die Ergebnisse der Arbeit präsentiert das jeweils aktuelle IEMA-Ensemble in 20 Konzerten pro Jahr im In- und Ausland. Bereits 240 Absolvent*innen konnten bisher von diesem weltweit einmaligen Studienangebot profitieren.

„About Walking“, ein digitales Symposium und Reflexion zum Thema Gehen in der Fotografie,
Kooperationspartner Chennai Photo Biennale

In Kooperation mit der Chennai Photo Biennale konzipierte die Biennale im Off-Jahr 2021 ein Online-Symposium, das sich dem Gehen aus der Perspektive der Fotografie widmete.

Die eingeladenen Fotograf*innen und Forscher*innen sprachen am 25. und 26. März 2021 unter dem Titel „About Walking“ vor einem transkulturellem Hintergrund über politische, habituelle und soziale Aspekte des Gehens. Dabei luden die Vorträge die interessierte Öffentlichkeit ein, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, und zwar durch interaktive, digitale „Gedankenspaziergänge“, die Grenzen überschreiten.

„Generation Zukunft Demokratie“, Eigenprojekt Friedrich Stiftung
Im Sinne ihres Stifters Erhard Friedrich sieht sich die Friedrich Stiftung in besonderer Weise der Heranbildung von Schülerinnen und Schülern zu weltoffenen, verantwortlichen und kritischen jungen Menschen verpflichtet.

Die Zukunft unserer freiheitlichen Demokratie steht auf der Probe: Extremisten und Verschwörungstheoretiker, aber auch die zahlreichen Nichtwähler und Skeptiker fordern unsere freiheitliche, weltoffene Gesellschaftsordnung heraus. In der Corona-Krise müssen sich der Föderalismus und die soziale Marktwirtschaft besonders bewähren – nach Innen geht es um die Handlungsfähigkeit des Staates, nach Außen um die Solidarität mit hart getroffenen Nachbarstaaten. Der Grat, auf dem Deutschland und Europa sicher in die Zukunft kommen, ist schmal. In vielen Ländern der Welt erhalten autoritäre Regierungen auftrieb.

Mit dem Projekt „Generation Zukunft Demokratie“ entwickelt die Friedrich Stiftung ein Planspiel für Schülerinnen und Schüler in der Altersgruppe 15 bis 18, das diese Herausforderung aufgreift und das Bewusstsein der Jugendlichen für unterschiedliche Herrschaftsformen und Entscheidungsprozesse schärft.